Kritik der schwarzen Vernunft

Achille Mbembe

Mbembe zeigt, wie der globale Kapitalismus aus dem transatlantischen Sklavenhandel hervorging und sich heute als neoliberale Machtformation fortsetzt.

In kraftvollen Linien zeichnet Mbembe die Genese der Gegenwart nach, indem er darstellt, wie sich der globale Kapitalismus seit dem Beginn der Neuzeit aus dem transatlantischen Sklavenhandel entwickelt hat. Seit der Aufklärung kommt zwar eine erste globale Welle der Kritik an der Sklaverei und der "schwarzen Vernunft" des Kapitalismus auf. Dieser breitet sich jedoch in seiner neoliberalen Spielart unaufhaltsam weiter aus und überträgt die Figur des "Negers" nun auf die gesamte "subalterne Menschheit". In diesem Prozess des "Schwarzwerdens der Welt", so die radikale Kritik Mbembes, bilden auch Europa und seine Bürger mittlerweile nur noch eine weitere Provinz im weltumspannenden Imperium des neoliberalen Kapitalismus.