Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen feierlich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dieses Dokument ist bis heute die Grundlage für die weltweite Anerkennung der Menschenrechte und die Forderung nach ihrer Verwirklichung. Die Erklärung wurde von Menschen aus aller Welt, mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen und philosophischen Hintergründen, formuliert. Sie betont, dass Menschenrechte universell sind: Sie gelten für alle Menschen, einfach weil sie Menschen sind – jederzeit und überall.
 
Reaktion auf die Schrecken der Vergangenheit
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entstand auch als direkte Reaktion auf die Menschheitsverbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese Verbrechen waren nur möglich, weil Menschen systematisch entrechtet wurden. Deshalb stellt die Erklärung den Menschen in den Mittelpunkt der internationalen Ordnung: Jeder Mensch hat das Recht, von den Staaten die Achtung und den Schutz seiner Menschenrechte einzufordern. Die Staaten sind verpflichtet, diese Rechte zu verwirklichen – das ist sogar ihre zentrale Aufgabe. Ohne die Anerkennung der gleichen Menschenwürde und der unveräußerlichen Menschenrechte aller Menschen gibt es keine Freiheit, keine Gerechtigkeit und keinen Frieden in der Welt.
 
Menschenrechte im Grundgesetz und weltweit
In vielen Verfassungen der Welt sind die Menschenrechte verankert. Auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bekennt sich ausdrücklich zu den Menschenrechten. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist zwar kein rechtsverbindliches Dokument, aber sie formuliert das Wertefundament und den Handlungsmaßstab für die Weltgemeinschaft. Sie soll so übersetzt und verstanden werden, dass niemand ausgeschlossen wird.
 
Eine unabgeschlossene Lerngeschichte
Der historische Text der Erklärung spiegelt den Stand von 1948 wider. Damals wurden Begriffe wie „Rasse“ unkritisch verwendet und Männer bildeten sprachlich die Norm. Dennoch will die Erklärung ausdrücklich für alle Menschen gelten. Deshalb gibt es heute moderne Übersetzungen, die die Vielfalt der Menschheit sprachlich abbilden, ohne den Inhalt zu verändern.
 
Warum die Menschenrechte heute so wichtig sind
Auch heute, in einer Zeit, in der Menschenrechte weltweit – auch in Deutschland – infrage gestellt werden, ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von großer Bedeutung. Hass gegen Menschen wird gesät, und diejenigen, die sich solidarisch für die Rechte anderer einsetzen, werden angefeindet, bedroht oder sogar verletzt. In manchen Staaten werden sie sogar eingesperrt oder getötet. Die Erklärung erinnert uns daran: Menschenrechte sind die Grundlage des friedlichen Miteinanders in einer Gesellschaft. Der Staat muss die Menschenrechte aller Menschen in seinem Herrschaftsbereich sichern – das ist im Interesse aller.
 
Menschenrechte im Alltag leben
Es ist wichtig, die Menschenrechte bekannter zu machen und sie im Alltag zu leben. Das bedeutet, Abwertung, Ausgrenzung und Hass klar entgegenzutreten, von der Politik die Beachtung der Menschenrechte einzufordern und jeden Menschen als Individuum wahrzunehmen. Nur so können wir eine Gesellschaft schaffen, in der alle Menschen gleichberechtigt und in Würde leben können.
 
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist ein zentrales Dokument, das uns daran erinnert, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Sie ist die Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden – und es liegt an uns allen, sie im Alltag zu leben und zu verteidigen.