Starke Partnerschaft in Indien: Arbeitskreis Eine Welt e.V. und Mother Teresa Rural Development Society
Gründung von Selbsthilfegruppen für Frauen und Aufbau landwirtschaftlicher Genossenschaften
40 Jahre Entwicklungszusammenarbeit des „Arbeitskreis Eine Welt e.V.“ und der „Mother Teresa Rural Development Society“ MTRDS in Indien: Gründung von Selbsthilfegruppen für Frauen und Aufbau landwirtschaftlicher Genossenschaften im Raum Narketpally/Telangana.
Der Arbeitskreis Eine Welt e.V. ist das "Aktiv Forum Eine Welt" in der Katholischen Landbewegung (KLB) Freiburg. Wir sind 9 Erwachsene, leben in Offenburg, Elzach und Stockach und arbeiten mittlerweile seit über 40 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit.
Der AK Eine Welt e.V. entstand aus einem Arbeitskreis der Katholischen Landjugendbewegung KLJB Freiburg. Die Projektpartnerschaft geht auf eine Studienreise der KLJB Freiburg nach Indien im Jahr 1983 zurück, bei der Fr. Julian Polisetti besucht wurde, damals Leiter des Social Service Centre in der Diözese Nalgonda in Andra Pradesh, dessen Studium und Priesterausbildung von der Familie eines unserer Mitglieder über missio finanziell unterstützt wurde.
Die Projektpartnerschaft begann 1986 mit ersten Projekten der KLJB Freiburg, und im Lauf der Jahre wurde die Zusammenarbeit auf die KLB Freiburg, auf die Bundes-KLB mit dem Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienstes (ILD) Bad Honnef und die Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ausgeweitet.
Auf Initiative von Fr. Julian Polisetti wurde 2002 die Mother Teresa Rural Development Society (MTRDS) als multireligiöse NGO mit Sitz in Narketpally/Telangana gegründet. Zwischen den Jahren 2004 bis 2026 konnten 6 große Partnerschaftsprojekte verwirklicht werden, beispielsweise Genossenschaftsförderung, integrierte ländliche Entwicklung, Mikrokredite für Frauengruppen, Aufbau kooperativer Strukturen, Hirseanbau und kooperative Nahrungsmittelverarbeitung, nachhaltige Landbewirtschaftung, Resilienz gegenüber Klimawandel, u.v.m.
Herausforderungen für die Projektarbeit sind große Unterschiede in Wohlstand und Bildung, hohe Verschuldung vieler Bauern und deren Abhängigkeit von Geldverleihern und Zwischenhändlern, Verschlechterung der landwirtschaftlichen Grundlagen durch Wassermangel, sinkendes Grundwasserniveau, Versalzung der Böden, Einzug der Gentechnik beim Saatgut und Klimawandel, sowie Landflucht, Kastenwesen und die benachteiligte Rolle der Frauen in der Gesellschaft.
Demzufolge sind die Schwerpunkte der Projektarbeit: Verringerung der Armut, Steigerung der Familieneinkommen, Eröffnung von neuen Entwicklungschancen, Stärkung der Frauen in der Gesellschaft und in den Familien, Steigerung der Lebensmittelsouveränität, Verfügbarkeit von eigenem Saatgut, Verbesserung der landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Sicherstellung von Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit.
Seit 2006 besitzt die MTRDS in Narketpally ein eigenes Schulungs- und Verwaltungszentrum, das in diesem Jahr zusätzlich zu einem Zentrum für Frauen in Not ausgebaut wird. Aktuell sind in der MTRDS 2.740 Frauen in 274 Selbsthilfegruppen organisiert, die auf vielfache Weise dazu beitragen, die Selbstwirksamkeit der einzelnen Frauen zu stärken. Mehr als 1.080 Frauen und Männer sind in 14 Genossenschaften registriert, welche durch gemeinschaftliches Wirtschaften die Einkommen für die Familien verbessern und das Augenmerk auf nachhaltige Landwirtschaft legen. Für Geschäftsführung, Buchhaltung und Außenkontakte sind derzeit 8 Personen bei der MTRDS fest angestellt.
International gewürdigt wurde die Arbeit der MTRDS für die Entwicklung ländlicher Regionen in Indien am 8. November 2025 in Kuala Lumpur, Malaysia durch den Global Leaders Award.
Cäcilia Braun-Müller - Mitglied im Ausschuss Weltkirche und Partnerschaft
