WELTKIRCHE

Weltkirche verwirklicht sich als Lern-, Gebets-, und Solidargemeinschaft. 

Während international eher der Begriff „Universale Kirche“ verwendet wird, ist der Begriff „Weltkirche“ ein Grundbegriff der weltweiten Arbeit der katholischen Kirche in Deutschland. Er bringt einerseits zum Ausdruck, dass die katholische Kirche rein geographisch auf der ganzen Welt präsent ist, und andererseits auch, dass sie diese Kirche weltweit in den je einzelnen Kirchen vor Ort verwirklicht und dass eine wechselseitige Beziehung der Ortskirchen untereinander besteht. I
 
Im Bischofswort „Allen Völkern Sein Heil“ (2005) wird vor Augen geführt, in welchen Dimensionen sich Weltkirche verwirklicht, nämlich als Lern-, Gebets-, und Solidargemeinschaft. Dabei ist die Reihenfolge entscheidend. Nur wer sich kennt, kann füreinander beten und wirklich solidarisch sein. Das „Umeinander wissen“ verwirklicht sich in zahlreichen Partnerschaften und Begegnungen zwischen Gemeinden und Diözesen, in persönlichen Kontakten und gegenseitigen Besuchen.  Im „Miteinander beten“ wird der Reichtum und die Vielfalt liturgischer Traditionen bewusst gelebt. Das „Füreinander einstehen“ gelingt und bewahrheitet sich, wenn durch die Projektarbeit Armut und Not, Unfrieden und Ungerechtigkeit bekämpft werden und durch Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung die Situation der Kirchen des Südens hierzulande zur Sprache gebracht werden. 
 
Im Sinn der Lebensweisheit „Niemand ist so reich, dass er nichts zu empfangen hätte, und niemand ist so arm, dass er nichts zu geben hätte“ leben alle Ortskirchen vom Empfangen und Geben, vom Interesse füreinander, von der wechselseitigen Anerkennung. So wird Weltkirche zum Ort geschwisterlicher Liebe.   
 
Cäcilia Braun-Müller - Mitglied im Ausschuss Weltkirche und Partnerschaft

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