Privilegien dürfen verlernt werden
Peter Schönhöffer
Einen historischen Perspektivenwechsel Dekolonisierung einzuleiten bedeutet für mich nicht zuletzt die Priorität darauf zu legen, uns selbst und andere zu ermächtigen, angstfrei eine andere Welt nicht nur zu denken, sondern auch möglich zu machen, eine Welt in der Überreichtum zu besteuern ist und, Ungleichheit zu reduzieren.
Eine Welt, in der viele Welten Platz haben, von daher Oligarchien abzuwehren sind und Privilegien verlernt werden dürfen.
In der Schule Jesu sollte uns eine solche Weltsicht nicht eben zufallen, aber doch nahekommen. In seinem Geist gilt es sie präsent zu setzen: im kirchlichen Alltagsleben, im gesellschaftlichen Alltagsverständnis, in ihren politischen Konsequenzen. Überall gilt es möglichst viel davon zu erstreiten. Und zwar ohne sich in unproduktive Kulturkämpfe verstricken zu lassen. Das geht wohl am besten im Rückbezug auf den Meister aus Nazareth. ER war offenkundig von armem Stand. Kein festes Zuhause, kein großes Geld und auch kein Land. Allein verbittert war er nicht. Denn in ihm wirkte Gottes Zuversicht. In der Nachfolge Jesu können wir postkolonialen Kontinuitäten auf die Spur kommen und einfordern, was uns beseelt. Ohne zu verhärten oder zu verhärmen. Aufrichtig und klar. Darauf könnte es ganz besonders ankommen in jener zerborstenen und zutiefst irritierten Welt, die uns ein Herr Trump hinterlassen wird.
Statement Lic. Theol. Peter Schönhöffer M.A.
