„Liebe kennt keine Beliebigkeit, sondern Treue.“
09.10.2026 |
Erzbischof besucht Pfarrei Lörrach St. Bonifatius
Erzbischof und Generalvikar vor Ort im Gespräch mit Haupt- und Ehrenamtlichen: „Wenn wir an den Menschen nah dran sein wollen, geht das nur über die persönlichen Kontakte.“
Der insgesamt vierte Besuch der 36 neuen Pfarreien im Erzbistum Freiburg führte Erzbischof Stephan Burger und Generalvikar Christoph Neubrand (8. Oktober 2026) in die Pfarrei Lörrach St. Bonifatius. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Gespräche mit verschiedenen haupt- wie ehrenamtlichen Verantwortlichen der neuen Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck. Hintergrund dieses Besuchs ist die strukturelle Neuordnung des Erzbistums Freiburg im Rahmen der Kirchenentwicklung 2030, die auch zukünftig eine wirkungsreiche Glaubensverkündigung ermöglichen soll. Im Frühjahr 2026 besuchte die Bistumsleitung bereits die Pfarreien Offenburg und Oberkirch sowie im September die Pfarrei Karlsruhe.
Den Auftakt des Besuchs bildete ein Treffen mit dem Kernteam und dem Vermögensverwaltungsvorstand der Kirchengemeinde. Anschließend wurde ein Austausch zwischen Erzbischof, Generalvikar und den pastoralen hauptberuflichen Mitarbeitern sowie den ehrenamtlichen Leitungsgremien ermöglicht. Zu Letzteren zählen die Mitglieder des Pfarreirates und die Mitglieder des Pfarreivermögensverwaltungsrats. In den gemeinsamen Gesprächen wollten Erzbischof und Generalvikar erfahren, was sich seit dem Start der neuen Pfarrei entwickelt hat, wo die neuen Strukturen bereits tragen und an welchen Stellen noch Fragen und Herausforderungen bestehen.
Beziehung zu Jesus Christus ist das Fundament
Den geistlichen Höhepunkt des Tages bildete das Pontifikalamt um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Bonifatius. Diese wurde vom Chor Canto Allegro musikalisch begleitet. In seiner Predigt betonte Erzbischof Burger, dass eine Strukturveränderung ein großes, aber wichtiges Unterfangen sei: „Liebe Schwestern, liebe Brüder, eine Pfarreistruktur zu verändern, hat es in sich. Das können wir alle derzeit ganz persönlich erleben. […] Strukturen sind wie ein notwendiges Gerüst, eine Art Skelett, das Tragen hilft. Das Leben, Fleisch und Geist muss dazukommen, um einen lebensfähigen Organismus zu gewährleisten.“ Im Anschluss hob Erzbischof Burger hervor, dass diese neuen Strukturen erst durch die Liebe zu Jesus Christus zu einem wirkungsvollen Organismus werden können: „Hier braucht es Jesus Christus selbst und die von ihm gerufene Gemeinde. Hier braucht es die verschiedenen Ämter und Dienste, die seine Kirche lebensfähig machen. Kurzum, hier braucht es seine Liebe zu uns und unsere Liebe zu ihm. Dies können keine Verwaltungs- und Pastoralstrukturen ersetzen. Seine Liebe zu uns, die sich in unserem Miteinander widerspiegeln will, ermöglicht ein erfülltes Leben mit einer Perspektive über diese Welt hinaus.“
Kirche als treue Wegbegleiterin
Das Zusammenspiel der zahlreichen Ehrenamtlichen und Gremien solle deshalb nie den persönlichen Kontakt mit den Menschen vor Ort aus den Augen verlieren, wie Erzbischof Burger ebenfalls betonte: „[…] wenn wir an den Menschen nah dran sein wollen, geht das nur über die persönlichen Kontakte. Das gilt nicht nur für das Ehrenamt, sondern ebenso für alle Hauptberuflichen. Der Besuch von Familien, die Begleitung und Vorbereitung auf die Spendung der Sakramente wie Taufe, Firmung, Beichte, Erstkommunion bis hin zur Eheschließung, all das erfordert persönlichen Einsatz, Zugewandtheit, Gesprächsbereitschaft.“ Und weiter: „Nicht zu vergessen, die Begleitung von Kranken und Sterbenden, die Spendung der Krankensalbung, die Begleitung der Trauerfamilien, der Angehörigen. Hier sind und bleiben wir als Kirche gefordert. Hier kommen wir mit den meisten Menschen, auch mit Distanzierten, ins Gespräch. Hier soll Kirche als treue Wegbegleiterin in den verschiedenen Lebenswenden und Ereignissen weiterhin erfahren und erlebt werden.“
Haupt- und Ehrenamtliche gestalten die Kirche
Auch in der römisch-katholischen Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck – so der staatskirchenrechtliche Name – existiert ein neues Team mit Leitungsfunktion. Diesem gehören neben Pfarrer Joachim Giesler, seinem Stellvertreter Gerd Möller auch die Pfarreiökonomin Martina Gehri, ihre Stellvertreterin Petra Bach und der leitende Referent Matthias Wößner an. Neben weiteren Priestern und Diakonen sind weiterhin Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten als auch neue Kompetenz- und Kirchortteams in den Pfarreien tätig. Allen ehrenamtlichen Gruppen, zu denen auch Mitglieder des Pfarreirates und des Pfarreivermögensverwaltungsrats zählen, sprach Erzbischof Burger seinen ganz besonderen Dank aus: „Danke Ihnen allen, die Sie hauptberuflich wie ehrenamtlich sich dem Evangelium Jesu Christi und damit auch dem Nächsten sowie der Neugestaltung dieser Welt verpflichtet wissen. Danke allen, die mit ihrem Gebet diesen Prozess begleitet haben und weiter begleiten. Wenn wir so in der Gemeinschaft mit Christus und untereinander den Weg in die Zukunft beschreiten, werden wir nicht fehlgehen.“
Weitere Informationen zur Pfarrei und ihren Angeboten gibt es unter: https://kath-w3.de
Hintergrund und Ausblick
Die Kirchenentwicklung 2030 ist der tiefgreifendste Veränderungsprozess in der 200-jährigen Geschichte der Erzdiözese Freiburg. Mit ihr verbunden ist die Bildung der 36 Pfarreien zum 1. Januar 2026 − eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, sinkende Mitgliederzahlen, weniger Priester und geringere finanzielle Mittel.
Nach Lörrach endet die Besuchsreihe für das Jahr 2026 mit einem letzten Besuch in Pforzheim (19.11.). Bis 2030 wird der Erzbischof gemeinsam mit Generalvikar Neubrand alle neuen Pfarreien der Erzdiözese besuchen.






