Zwanzig Jahre Energie-Offensive in der Erzdiözese Freiburg
Ein Rückblick auf ganz unterschiedliches Engagement zur Bewahrung der Schöpfung.
Startschuss für Verrechnungsstellen und Berater und Beraterinnen
17. Juli 2006. Dieser Tag vor zwanzig Jahren war der offizielle Start der diözesanen Energie-Offensive. Sowohl Energieberatende als auch Verantwortliche der Verrechnungsstellen wurden informiert und geschult, was sich die Erzdiözese mit der Offensive vorgenommen hatte.
Die Energieberaterinnen und -berater wurden auf die Inhalte und Abläufe geschult. Den Kirchengemeinden wurde der Energie-Check mit dem Slogan: "Fünf Prozent weniger für Energie sind fünf Prozent mehr für die Pastoral" schmackhaft gemacht. Durch die Aufdeckung und Beseitigung der energetischen Schwachstellen, so das Versprechen, seien mindestens fünf Prozent Energie und Kosten einzusparen. Außerdem lockte ein Zuschuss für den Energie-Check, so dass pro Gebäude nur 75 Euro an Eigenanteil anfallen würde.
Als Ziel war ausgegeben worden, die Hälfte der Kirchengemeinden für einen Energie-Check zu gewinnen. Man sollte sich also zügig entscheiden um bei den ersten 500 Gemeinden (von damals noch 1.170) dabei zu sein. Am Ende des Projektes wurde diese Marke tatsächlich geknackt und es wurden rund 1.700 Gebäude auf energetische Schwachstellen untersucht.
Der Anfang einer ganz eigenen Erfolgsgeschichte
In der Folge erblickte Mesner Hummel das Licht der Welt. Mit einem launigen Augenzwinkern und viel Ausdauer hat er Monat für Monat über 100 Energie- und Schöpfungstipps gegeben (eine Auswahl finden Sie hier: Förderung).
Die Energie-Gutachten, für die gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche in Baden Standards entwickelt worden waren, wurden bei Baumaßnahmen Pflicht. Gleichzeitig wurde eingeführt, dass es einen um 50 Prozent erhöhten Zuschuss aus dem Bauförderfonds gibt, wenn auf erneuerbare Energien umgestiegen und energetische Empfehlungen umgesetzt wurden.
2008 wurden durch Erzbischof Robert Zollitsch Leitlinien für den Klima- und Umweltschutz in Kraft gesetzt und ein Energie-Fonds mit einer Dotierung von 5 Mio. Euro aufgelegt.
Für die Beteiligung an der Nationalen Klimainitiative der Bundesregierung wurde ein erstes Klimaschutz-Konzept erarbeitet. Mit einem Zuschuss von über 500.000 Euro konnte die Energie-Offensive 2009 fortgesetzt und das Personal um zwei Personen aufgestockt werden.
Klimaneutralität als Aufgabe für Stabsstelle und Kommission Schöpfung und Umwelt
Auf Basis dieser guten Erfahrungen wurde von Erzbischof Stephan Burger dann im Januar 2017 das Ziel der Klimaneutralität ausgegeben, in der Folge die Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt eingerichtet sowie eine gleichnamige bischöfliche Kommission berufen.
Zum Handeln für die Schöpfung berufen!
Dass uns als Christen die Bewahrung der Schöpfung ein Glaubensanliegen sein soll, hat Papst Franziskus immer wieder betont. Bei uns in der Erzdiözese erhalten Verantwortliche Personen in Kirchengemeinden und diözesanen Einrichtungen sowohl finanzielle als auch fachliche Unterstützung dazu.
So wird der Klimaschutz-Fonds der Erzdiözese jährlich anhand des CO2-Austoßes multipliziert mit einem CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne gefüllt. Über 20 Projekte und Vorhaben wurden bisher von der Kommission gefördert. Die finanziellen Mittel für den "Hundertfüßer", das Programm „100 Prozent für Erneuerbare“ sowie für den PV-Ausbau über die "Erzdiözese Freiburg Energie GmbH" stammen ebenfalls aus dem Klimaschutz-Fonds. (siehe: Klimaschutz-Fonds)
Die Stabsstelle Schöpfung und Umwelt ist inzwischen mit fast 14 Stellen so ausgestattet, dass die Kirchengemeinden und Einrichtungen auch in den Handlungsfeldern nachhaltige Beschaffung, Mobilität, Bildung und Biodiversität unterstützt werden – zusätzlich zum Engagement im Gebäude- und Energiebereich.
Dass sich all das auch lohnt, zeigen die Energie- und Klimaberichte der Erzdiözese (Energie- und Klimabericht). Seit dem Beginn der Energie-Offensive 2006 konnten bis heute (Stand 2023) der Energieverbrauch um über 35% und der CO2-Austoß im Energiebereich sogar um mehr als 52% gesenkt werden.
Allerdings bleibt immer noch genug zu tun: Von der Klimaneutralität waren wird 2023 noch 77.118 Tonnen CO2 entfernt.
