Zur Weiterentwicklung der Seelsorge in den 36 neuen Pfarreien finanziert die Erzbischof Hermann Stiftung das Projekt freischwimmen mit 140.000 Euro. Das zweijährige Projekt wird vom Lehrstuhl für Pastoraltheologie der Universität Freiburg in Kooperation mit der Erzdiözese Freiburg durchgeführt.
Projektbeschreibung
Im Projekt freischwimmen werden Methoden für vier zentrale Bereiche ganzheitlicher Seelsorge entwickelt und erprobt:
- Selbst- und Teamsorge für ein resilientes und teamorientiertes Arbeiten,
- Sozialraumorientierung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt,
- Exnovation, um sich von nicht mehr hilfreichen Praktiken zu lösen und Ressourcen freizusetzen,
- Innovation, um kreative Ideen zu fördern.
Die entstehende Methodensammlung soll Seelsorgerinnen und Seelsorger dabei unterstützen, diese Ansätze in unterschiedlichen pastoralen Kontexten praktisch anzuwenden. Sie wird so gestaltet, dass sie sowohl einzeln als auch als zusammenhängender Qualifizierungsprozess in der Seelsorge eingesetzt werden kann.
Das Projektteam bestehend aus Prof. Dr. Bernhard Spielberg, Dr. Antonia Lelle und Andreas Feige arbeitet von September 2025 bis August 2027 unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklung der neuen Pfarreistrukturen.
Praxisbezug
Die vier Methodenbereiche werden zunächst am Lehrstuhl für Pastoraltheologie entwickelt und anschließend in drei Pilotpfarreien (Kirchengemeinden Mannheim, Mittlere Ortenau und Hochschwarzwald) erprobt. In jeder Pfarrei wurden mit dem Pfarrer und der Leitenden Referentin/dem Leitenden Referenten jeweils zwei Pilotteams aus haupt- und/oder ehrenamtlichen Mitarbeitenden angefragt, die an Seelsorgevorhaben mit den konkreten Methoden arbeiten. Die Rückmeldungen aus der Praxis fließen direkt in die Weiterentwicklung der Methoden ein und sichern deren Anwendbarkeit im Alltag.
Beitrag zur Weiterentwicklung der Seelsorge
Die katholische Kirche in Deutschland steht vor erheblichen Veränderungen: sinkende Mitgliederzahlen, weniger Personal und finanzielle Ressourcen sowie ein Verlust gesellschaftlicher Relevanz. Gleichzeitig nehmen Phänomene wie Einsamkeit, Konflikte und Verlusterfahrungen in der Gesellschaft zu. Die Seelsorge neu an den Lebenslagen und Lebensfragen der Menschen auszurichten, ist daher eine große Herausforderung – sowohl strukturell als auch kulturell.
freischwimmen stärkt die Seelsorge in den Pfarreien der Erzdiözese Freiburg und unterstützt diese dabei, ihre Arbeit ressourcen- und nutzerorientiert auszurichten. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Seelsorge in den neuen Pfarreien: Es fördert eine zeitgemäße kirchliche Kultur und erhöht die gesellschaftliche Anschlussfähigkeit kirchlicher Seelsorge.
